Presse

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Dorothea Weltecke (Hrsg.) unter Mitarbeit von Mareike Hartmann

 

Zu Gast bei Juden. Leben in der mittelalterlichen Stadt


(Begleitband zur Ausstellung)

 

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Die bedeutende Kulturregion Bodensee wird bisher ohne ihre jüdischen Anteile dargestellt. Doch waren über 250 Jahre lang, von etwa 1200 bis etwa 1450, jüdische Familien Teil des städtischen Alltags. Ab dem Beginn des 14. Jahrhunderts unterbrachen Christen mit brutalen Verfolgungswellen das Zusammenleben. Im 15. Jahrhundert vertrieben sie die Juden aus den Städten. Deren Hinterlassenschaften wurden vernichtet, und die gemeinsame mittelalterliche Geschichte ist vergessen.

 

Die Sonderausstellung „Zu Gast bei Juden. Leben in der mittelalterlichen Stadt“ wird in Kooperation zwischen dem Archäologischen Landesmuseum Baden-Württemberg und dem Exzellenzcluster „Kulturelle Grundlagen von Integration“ der Universität Konstanz durchgeführt und ist im Archäologischen Landesmuseum Konstanz, Benediktinerplatz 5, 78467 Konstanz vom 8. April-29.Oktober 2017 zu sehen. Die Schirmherrschaft übernahm dankenswerterweise Herr Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland. 

 

Die Ausstellung und der dazugehörige Begleitband zeigen, dass die gotische Kultur am Bodensee zwei Gesichter hatte, ein jüdisches und ein christliches. Besonders eindrucksvoll belegt dies die gotische Bilderwelt der Juden am Bodensee in den noch erhaltenen hebräischen Prachtmanuskripten. Sie kehren hier zum ersten Mal aus internationalen Bibliotheken an ihren Entstehungsort zurück. Weitere Spuren sind Gebrauchshandschriften, Urkunden, Siegel und Gegenstände, die mit jüdischem Leben in Verbindung stehen.

 

In diesem reich illustrierten Begleitband wird die Geschichte der Juden am Bodensee in den Rahmen einer gemeinsamen Geschichte von Juden und Christen im Mittelalter eingeordnet. Alle Exponate sind abgebildet und zum Teil überhaupt erstmals historisch untersucht worden. International bekannte sowie junge Forscherinnen und Forscher stellen neue Forschungsergebnisse und neues Quellenmaterial vor. Eine Bibliographie macht auch die ältere Forschung umfassend zugänglich.

 

Herausgeberin des Bandes ist Dorothea Weltecke, Dr. phil., Professorin für Geschichte des Mittelalters II an der Goethe-Universität Frankfurt. Von 2007 bis 2017 war sie Professorin für die Geschichte der Religionen an der Universität Konstanz und maßgeblich beteiligte Wissenschaftlerin am Exzellenzcluster „Kulturelle Grundlagen von Integration“ der Universität Konstanz. Sie forscht und lehrt transreligiöse und transkulturelle Geschichte des Mittelalters. Dabei interessiert sie sich besonders für das Verhältnis von Juden, Christen und Muslimen in Europa und im Vorderen Orient, für die Organisation des Zusammenlebens unterschiedlicher religiöser Gruppen und für die Ursachen von religiöser Gewalt.

 

Dorothea Weltecke initiierte das Ausstellungsprojekt und untersuchte seit 2012 mit MitarbeiterInnen und Studierenden die Geschichte der Juden am Bodensee im Mittelalter.

 

 

Bibliografische Angaben:

Zu Gast bei Juden 

Dorothea Weltecke / Mareike Hartmann, Verlag Stadler, Konstanz: Format: 23,5 x 27 cm, Broschur mit eingeschlagener Klappe, Umfang: 216 Seiten, zahlreiche Abb.,

ISBN: 978-3-7977-0734-5

Preis: € 19,80